Georg Schmid: DGB soll Kritik am Schuldenabbau und Festhalten an der Schieflage des Länderfinanzausgleichs überdenken
Ein seltsames Verständnis von Leistungsprinzip, Solidarität und Generationengerechtigkeit hat Georg Schmid, der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, dem DGB attestiert.
„Es ist schon skurril, wenn der DGB behauptet, dass an der doppelt so hohen Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen nicht eine schlechte Landespolitik, sondern der Strukturwandel schuld sei. Weiß der DGB denn, welchen Strukturwandel Bayern in den letzten Jahrzehnten in der Stahl-, Porzellan- und Textilindustrie sowie in der Landwirtschaft zu meistern hatte, um nur ein paar Bereiche aufzuzählen“, fragte Schmid.
Die absolute Schieflage im deutschen Länderfinanzausgleich könne auch nicht damit weggewischt werden, dass Bayern einmal Nehmerland gewesen sei. „Denn auch wir wollen in Zukunft ein solidarisches Hilfssystem unter den Ländern. Aber es kann nicht sein, dass die bayerischen Arbeitnehmer die Hälfte aller deutschen Zahlungen erwirtschaften müssen und allein das Land Berlin die Hälfte der deutschen Gelder kassiert“, so der CSU-Politiker.
Völliges Unverständnis erntet der DGB bei der CSU-Landtagsfraktion für seine Kritik am Schuldenabbau in Bayern. „Wenn man von Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit spricht, kann man den Kurs der Bayerischen Staatsregierung beim Schuldenabbau nur unterstützen“, so Schmid. Unwahr ist schlichtweg die Behauptung, dass wegen des Schuldenabbaus den Kommunen in die Kassen gegriffen werde. „Wie der bayerische DGB-Chef Matthias Jena zu dieser These kommt, ist mir völlig schleierhaft.“ Dass die Beamtenpensionen in zwanzig und dreißig Jahren besser zu finanzieren seien, wenn heute viele Schulden gemacht würden, sehen offenbar nur die SPD und der DGB in dieser Weise.
Schmid forderte den DGB auf, die Landespolitik konstruktiv zu begleiten. „Wir hatten dazu mit Herrn Jena bei unserer Klausurtagung in Wildbad Kreuth im letzten Jahr einen sehr harmonischen Gedankenaustausch.“ Der DGB tue sich keinen Gefallen, wenn er sich in den kommenden Jahren für den Wahlkampf der SPD instrumentalisieren lasse. „Es geht bei diesen Themen nicht um Parteipolitik. Das ist schon daran zu erkennen, dass auch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg den Länderfinanzausgleich in seiner jetzigen Form für reformbedürftig hält“, so Schmid abschließend.