Datenkrake oder Datensafe?
Petra Guttenberger, Vorsitzende des AK Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Verbraucherschutz der CSU-Fraktion.
„Die Betreiber von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google müssen beim Thema Datenschutz noch einige Hausaufgaben erledigen und vor allem für mehr Transparenz bei den Datenschutzeinstellungen sorgen. Aber auch von Seiten der Politik müssen wir unsere Anstrengungen verstärken, die Bevölkerung für einen vorsichtigen Umgang mit ihren eigenen Daten zu sensibilisieren.“ Dieses Fazit zog Petra Guttenberger, die Vorsitzende des Arbeitskreises für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Verbraucherschutz der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag beim aktuellen Verbraucherforum der CSU-Landtagsfraktion.
Rund 280 Gäste waren der Einladung der CSU-Landtagsfraktion in den Plenarsaal des Maximilianeums gefolgt, um im Rahmen des Weltverbrauchertags das Thema „Datenkrake oder Datensafe? Wie sicher sind Ihre Daten bei Google Facebook & Co.?“ zu diskutieren. An der Podiumsdiskussion, die von Petra Guttenberger moderiert wurde, nahmen die Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Beate Merk, die Referatsleiterin Internet des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht, Heike Klebs, Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern und Collin Croome, Facebookexperte und Inhaber der Agentur COMA 2 E-Branding teil.
Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook, aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Justizministerin Dr. Beate Merk forderte die Betreiber der sozialen Netzwerke auf, mehr Sensibilität bei dem Thema Datenschutz an den Tag zu legen und zu akzeptieren, dass es in Deutschland eine andere Einstellung zum Datenschutz gibt als in anderen Teilen der Welt. „Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass Unternehmen wie Google und Facebook, die auch in Deutschland Millionengewinne machen, die deutsche, kritischere Haltung zum Datenschutz akzeptieren und hierauf reagieren müssen“, so Merk.
„Das erfordert, dass die Betreiber der sozialen Netzwerke vor allem die Datenschutzeinstellungen und Nutzungsbedingungen transparenter gestalten. Es gibt zwar eine Fülle von Einstellungen, mit denen der einzelne Benutzer den Datenschutz verbessern kann, jedoch sind diese Möglichkeiten zu kompliziert und versteckt, so dass wohl nur die wenigsten davon Gebrauch machen. Hier muss nachgebessert werden!“, so Petra Guttenberger. Abschließend fügte sie scherzhaft hinzu, dass es wohl die am weitesten verbreitete Lüge im Internet sei, man habe die AGB gelesen.


